Homo Digitalis – Wiener Kreis zur Digitalen Anthropologie

Ein „literarisches Quartett zu dritt“, vervollständigt durch Euch! Spielt also die vierten Geigen im neugierigen Reigen am

*13. Februar 2019 ab 19 Uhr im Kulturcafe Max, Mariengasse 1, 1170 Wien!*

Peter Reichl (Cooperative Systems, Uni Wien), Christopher Frauenberger (Human Computer Interaction Group, TU Wien) und Michael Funk (Medien- und Technikphilosophie, Uni Wien) laden herzlich ein zur ersten Runde zeit-kritischer Literatur et al. bei Rotwein, Käseplatte und feinen Klängen.

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, die Adler jonglieren es in luftigen Höhen, die Tauben picken es heute noch in Krümeln von der Straße und die Eulen springen schon wegen morgen im Viereck. Ungeheuerliches zieht auf, das selbst des alten Uhus rastlose Blicke schweifen lässt. Im einstigen K&K-Juwel stehen neue Funkmasten, menschleere Geisterautos rollen, und die Drohnen sind jetzt schon größer als jemals, im gewohnten Bienenstock. Denn der Mensch erfindet sich mal wieder neu, und es wird höchste Zeit, genauer hin zu sehen. Nach Sesshaftwerdung, Buchdruck und Industrialisierung beobachten Spatz, Adler, Taube, Eule und Uhu eine neue Kulturtechnik im Menschenreich: die umfassende Digitalisierung. In ihrem Rucksack trägt sie mehr oder weniger offensichtlich ein neues Menschenbild, Angst, Sorge, Chancen und Hoffnungen.

Es ist an der Zeit, sich aus der eigenen Expertise herauszuwagen, bekennt der Informatiker dem Philosophen, denn wir designen nicht Technik, sondern Gesellschaft und Menschen. Wir gehen ehrlich damit um, und müssen es als dringlich einsehen, dass wir die offengehaltenen Brückenfunktionen der eigenen Fächer nur unzulänglich beachten. Schmunzelnd bekennt der Adler zur Eule: „Ja, ich vehungere sonst in meinem Horst!“ Die Diskussion hat gerade erst begonnen, eigentlich zu spät, und die Buchhändler bersten schon vor literarischen Auslagen zur Digitalisierung, Robotern, selbstfahrenden Autos und Industrie 4.0. Nichts scheint unberührt. Spatz und Taube kennen ihn schon längst, den Standpunkt zwischen Stühlen. So wagen nun auch wir uns heraus aus der eigenen Cloud, hin zur breiten Diskussion, ohne Ansprüche auf endgültige Wahrheiten, doch überfüllt mit anspruchsvollen Fragen: Was ist der Mensch heute, was wird er morgen sein? Wie wollen und können wir zusammenleben? Der alte Uhu ergänzt: Haben wir eigentlich die Digitalisierung die wir brauchen und brauchen wir die Digitalisierung die wir haben? Es sind diese grundsätzlichen Fragen jenseits des digitalen Hypes, aber wohl auch nicht ohne ihn, die wir interdisziplinär aus der Informatik heraus stellen müssen. Das Wechselspiel zwischen Mensch und Technik, es soll Spatz, Adler, Taube, Eule und Uhu zusammen am 13. Februar um 19 Uhr im Kulturcafe Max verbinden…

Doch wo beginnen? Finden wir die Wahrheit im Druckfrischen und/oder im Wiederlesen der Klassiker? Wir probieren’s mal mit beidem, und so beginnen wir dieses erste Mal mit

  • Isaac Asimov: Ich, der Roboter
  • Christopher John Müller: Prometheanism – Technology, Digital Culture and Human Obsolescence
  • Rafael Capurro: Homo Digitalis – Beiträge zur Ontologie, Anthropologie und Ethik der digitalen Technik

Drei Bücher – vier Meinungen. Die gute Nachricht: ihr müsst sie nicht alle lesen – das erledigen wir für euch! Aber mitdiskutieren, das tut not! Und mitbringen dürft ihr natürlich jeden und jede. Wir freuen uns auf euch. Und wer vorab noch mehr wissen will: wir stehen natürlich jederzeit unter info@homodigitalis.at zur Verfügung.

Siehe auch